Baronin Valentine Springer erwirbt das Anwesen mit der EZ 96 1930 nachdem es laut Tradierung 1928 abgebrannt war von Aristide Doret, welcher nach dem Brand weiter in die Poschenhöh‘ – ebenfalls mit Trinkwasserquelle – zog und baute den Springerhof wie erhalten erneut auf und aus. Der Turm und das oberste Geschoss des Haupthauses wurden nicht wiedererrichtet.

 Die folgenden Jahre widmete sie sich der Renovierung und Wiedernutzung der Liegenschaft, leitete bei der Agrarbezirksbehörde Leoben bereits 1928 ein Neuregulierungsverfahren für die Dienstbarkeiten der Liegenschaften ein und kümmert sich um die Kinder dieses hintersten Winkel des damals noch immer unheimlich großen Rothschildbesitzes, der sich von Niederösterreich eben bis hierher nach Wildalpen erstreckte. Zu ihrem caritativen und wohltätigen Engagement zählte auch das Kinderasyl Göstling, welches noch von ihrer Mutter Bettina gegründet worden war, um den Kindern der hier ansässigen Holzarbeitern Bildungsmöglichkeiten zu schaffen. In ihrer Freizeit liebte sie die Jagd, Schifahren, Wandern und die Natur, etwas, was der Standort hier in Wildalpen jedenfalls im Überfluss zu bieten hat. Ein eigener Tennisplatz, der nach wie vor in Wildalpen erhalten ist, zeugt von ihrer Leidenschaft für verschiedenste Sportarten.

Als sich gegen Ende der dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts der wahnsinnige Antisemitismus besonders auch hier in den Bergen zuspitzte, Neid, Missgunst und Rassenideologien als Volksfutter wie warme Semmeln gingen, vertrieben die eifrigsten Enteigner die hier zahlreichen Grundbesitzerinnen, welche für Propagandisten damals wie heute immer wieder als Sündenböcke für die dynamischen wirtschaftlichen Veränderungen der Zeit herhalten mussten, dies galt insbesondere für die Rothschilds.

1938 zwang man Valentine Springer, eine damals schon nicht mehr ganz junge Frau, zur auf Leben und persönliche Wäsche reduzierten Flucht in die Schweiz. Man verfasste seitens der „Reichsforstverwaltung“ den Arisierungsakt und später auch einen Verkaufsvertrag mit genauer Inventarliste, zugunsten der „kaufenden“ Reichsforstverwaltung und Frau Springer, deren Mädchennamen Rothschild gegen Ende erst in die richtige Schreibweise korrigiert, vertreten durch einen Herrn Dr. Bolt in Wien… nachdem ihr eigentlicher Rechtsvertreter deportiert worden war. Frau Springers Unterschrift ist abgängig, auch sonst irgendeine Spur ihrer Involviertheit, hat den Vertrag vielleicht auch nie selbst zu Gesicht bekommen, denn für die Nationalsozialisten war mit der Erledigung der nachträglichen Akten die Sache ohnehin erledigt, oder einverleibt… bis äähm 2017!!!. Die im Kaufvertrag vermerkte Summe floss auch nicht, zumindest noch nicht in die notierte Richtung…