Gedenkkultur leben

Gegen Ende des Gedenkjahres 2018 schwirren einem der Kopf von Bildern aus vergangenen Kriegen und Zeiten, viele Veranstaltungenwurden organisiert, neue/alte Filme vermischen die schwarz-weißen retro Fotografien mit Bildern aus aktuellen Weltkrisen. Heuer gedenken wir gleich mehrfacher Kriegsereignisse, und eindrucksvoll vergegenwärtigen wir uns, dass auch hierzulande Zeiten von Krieg, Zerstörung und Segregation die Normalität bestimmten. In Wahrheit sind wir jedoch stets aufgefordert im Jetzt mit den integrierten Erfahrungen der Vergangenheit neu und immer bewusster zu handeln, um auch gesellschaftliche Werte zu erreichen. Es bedarf auch keines Jubiläums, wenn es darum geht, dass wir Menschen aufgefordert sind, unseren Lebensraum im friedlichen Zusammenleben nachhaltig zu gestalten und zu nutzen.

Durch die Folgen der nationalsozialisitschen Ideologie wurden tausende Menschen alleine in Österreich Ihrer Heimat beraubt.

 Vor rund 80 Jahren erlebte der Flussbahnhof jeneEreignisse, welche Mitteleuropa, die ganze Welt in eine Katastrophe stürzten, indem man sich für Segregation der Menschen aussprach und seine Menschlichkeit vergaß. Die rechtmäßige Eigentümerin Frau Baronin Valentine Springer, welche 1928 nach einem Brand das Gut erworben hatte, wurde im Jahr 1938 durch die Reichsforstverwaltung enteignet und des Landes verwiesen. Zeitzeugen erinnern sich an die kunstvollen Schnitz- und Tapezierarbeiten und auch daran, dass man die erste Phase nach der Enteignung die kunstvolle Villa für Plünderungen unverschlossen ließ. Trotz Restitutionsansuchen aus 1963 erhielt sie ihr Eigentum nie zurück; das Ansuchen wurde gelöscht. Bis zu ihrem Tod 1968 lebte die geborene Rothschildtochter unweit entfernt in der Nachbargemeinde in Lunz am See/Niederösterreich und durfte zusehen, wie die Reste ihres geplünderten Heims unter Verwaltung der Österreichischen Bundesforste nach und nach verfielen. Anstelle einer Rückstellung der Liegenschaft inklusive Ländereien, Nebengebäude, Kegelbahn, Tennisplatz – welchen heute die Gemeinde Wildalpen verwaltet, bemühten sich die Nachkriegsplünderer bisher eher um die Erfüllung der eigens getätigten ideologischen Prophezeiung, dass diese Liegenschaft niemals wieder einen Betrieb beherbergen würde!

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